Auffüllen des ÖltanksDer Wald als wichtiger Wirtschaftsfaktor ist Standort für eine Reihe von Arbeiten, die die nachhaltige Bearbeitung von Holz in vielerlei Hinsicht umfasst. Bei der Verarbeitung des Rohstoffs Holz sind daher viele Arbeitsschritte und vor allem Werkzeuge nötig, damit die nachhaltige Ressource in der Industrie eingesetzt werden kann. Darunter gehören neben der überaus wichtigen Motorsäge noch immer Handwerkzeuge ohne die eine effiziente Holzbearbeitung und Transport kaum denkbar wäre. Korrekte Körperhaltung, effizient geteilte Arbeitsschritte sowie Sicherheits- und Schutzmaßnahmen haben über viele Jahrhunderte trotz Mechanisierung ein reiches Angebot verschiedenster Forstwerkzeuge begünstigt. Zustand, Wartung und korrekter Einsatz der Werkzeuge wie Spalthammer, Sappie oder Spaltkeil und vielen anderen Geräten entscheiden maßgeblich über die Qualität der Holzverarbeitung Immer unter der Maßgabe, dass mit diesen Werkzeugen bewusst und korrekt umgegangen wird. Der folgende Text stellt eine Reihe von Forstwerkzeugen vor und soll als eine kleine Einführung in die Welt der Waldarbeit dienen.

Spalthammer

Beim Spalthammer handelt es sich um eine Abwandlung der klassischen Axt bestehend aus langem Griff und Spaltblatt. Er dient dem Bearbeiten von Holz und auch Steinmaterial. Die Besonderheit des Spalthammers liegt im Winkel der Schneide des Werkzeugs. Der stumpfe Winkel von 30° erlaubt es dem Werkzeug Holz effizienter zu spalten, als mit einer Standardaxt. Doch mit dem Spaltkeil kann neben der Spaltung eines Stücks Holz als Primärfunktion, die Rückseite als eine Sekundärfunktion genutzt werden. Diese Funktion umfasst das Einschlagen eines Spaltkeils mit der als Hammer geformten Rückseite in eine Holzkerbe.

Bei der Primärfunktion des Spaltens werden Holzblöcke oder -stämme so lang in Richtung der Holzfasern gespalten, bis tragbare Holzstücke entstehen. Dieser Prozess kann je nach Holzart direkt mit der Spaltseite oder mit der Hammerseite durch Einbringung eines Spaltkeils geschehen. Neben der Verwendung in der Forstwirtschaft hat aber auch die Feuerwehr eine effiziente Anwendung des Spaltkeils gefunden, der aufgrund seiner zwei Funktionen und höheren Gewichts einer Feueraxt in Vielseitigkeit und Schlagimpuls überlegen ist.

Spaltaxt

Bereits verarbeitete größere Holzklötze werden mit einer Spaltaxt zu kleineren Blöcken zerhackt. Die größeren Klötze werden meist auf einem Hackklotz als Unterlage gespalten. Häufig wird eine Spaltaxt zum Verarbeiten von Brennholz verwendet. Die Spaltwinkel der Spaltklinge einer Axt liegen im Gegensatz zum Spalthammer meistens unter 30°. Der übliche Winkel liegt ungefähr bei 20°. Zum Spalten wird die Spaltklinge parallel zur Ausrichtung der Holzfaserung ins Holz eingeführt. Richtige Anwendung einer Spaltaxt erfordert nicht in jedem Fall eine super geschärfte Klinge, sodass diese nur selten gewartet werden muss.

Die Spaltwirkung einer Spaltaxt ist geringer, als die eines Spalthammers. Äxte werden daher beim Zerkleinern nur für bereits vorbereite Holzblöcke genutzt. Neben der spaltenden Funktion werden Äxte auch zum Modellieren und Bearbeiten von Holzelementen wie Balken, Pfosten oder Leisten eingesetzt. Effektiver sind hier aber natürlich eher Breitbeile wie sie Zimmermannsleute einsetzen.

Kettensäge

Neben der Spaltaxt handelt es sich bei der Kettensäge sicherlich um eine der bekanntesten Forstwerkzeuge. Im Zuge der Industrialisierung hat die Kettensäge die Zweimannsäge, die noch bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts verwendet wurde, abgelöst. Die Kettensäge besteht aus einer Tragevorrichtung samt Motor sowie einer Kettenführung und der Kette selbst. Der Motor treibt dabei die Kette und erzeugt dadurch eine lange Sägvorichtung mit der mühelos viele Holzarten und Bäume angesägt oder zersägt werden können.

Kettenschärfgerät von EinhellÜblicherweise wird die Kettensäge durch einen Elektro- oder Benzinmotor angetrieben. Seltener ist dagegen die Verwendung eines Hydraulikmotors. Die Sägekette besteht aus vielen einzelnen, mit Widerhaken versehenen Kettengliedern. Durch eine schnelle Laufbewegung der Sägekette um die Kettenführung ermöglicht die Kettensäge einfaches und präzises Holzsägen. Neben allen Vorteilen birgt die Kettensäge jedoch ein nicht zu unterschätzendes Verletzungsrisiko. Forstarbeiter müssen beim Arbeiten mit dieser Sägeart stets Schutzkleidung aus Sicherheitshandschuhen, Sicherheitsbrillen und Arbeitshosen tragen. Weiterhin ist es von etnscheidender Bedeutung, dass die Kette ordentlich geschärft wird. Zu diesem Zweck kann beispielsweise ein Kettenschärfgerät genutzt werden.

Holzspalter

Bei einem Holzspalter handelt es sich um ein hydraulisches, schweres Gerät zur Aufspaltung von Holzblöcken. Das Holzstück wird automatisiert gegen einen fest angebrachten Spaltkeil geschoben und dadurch gespalten. Die Hydraulik der Geräte wird häufig über eine externe Quelle versorgt, zum Beispiel einem externen Motor oder über einen Keilriemen eines Traktors. Es gibt stehende und liegende Varianten des Holzspalters. Da Höhe und Hub zwischen einzelnen Geräten variieren, sind moderne Kombigeräte häufig sowohl für kurze als auch bis zu einem Meter Lange Holzstücke einsetzbar. Es gibt aber auch Varianten, die nur mit Muskel- beziehungsweise Hebelkraft des Anwenders auskommen. Baumärkte und Restposten bieten diese Modelle als preiswerte Variante für den Hausgebrauch an. Eine kleine Variante ist beispielsweise das Spanmesser.

Normale Holzspalter haben eine Spaltkraft von einigen wenigen Tonnen (4 bis 8 Tonnen), obwohl diese Kraft eigentlich in Newton-Metern angegeben werden müsste, wird häufig lediglich diese Kraft nur mit einer ungefähren Gewichtsangabe spezifiziert. Holzspalter im industriellen Bereich können aber auch Kräfte von weit über 40 Tonnen ausüben. Professionelle und industrielle Spalter werden meistens als liegende Varianten gefertigt, um mehrere Holzstämme liegend und automatisert der Länge nach spalten zu können.

Spaltkeil

Ein Spaltkeil dient als Hilfswerkzeug in der Forstwirtschaft dazu Bäume zu fällen und Punkt genau Holzblöcke zu zerteilen. Je nach Größe des Baumstamms oder Holzblocks variieren Größe und Form der Spaltkeile. Mittlere Winkel von etwa 25° werden für dicke Blöcke gefertigt, während Keile mit spitzen Winkeln(rund 10°) kleine Holzklötze spalten. Je nach Härtegrad des Holzes können diese Keile an der Vorderseite scharf oder stumpf sein. Die Länge eines Spaltkeils kann zwischen einigen Zentimetern bis zu 30 cm betragen. Zur Hälfte sind die Spaltkeile mit Metall oder massivem Kunststoff ummantelt. An einer vorgefertigten, offenen Stelle des Baumstamms wird der Keil hineingetrieben, bis längs der Faserrichtung der Stamm aufgespalten wird.

Auf der Oberfläche längst der Einführrichtungen befinden sich häufig Rillen oder Furchungen, die ein präziseres, leichteres und vor allem gerades Führen des Keils in das Holz gewährleisten sollen. In die Holzblöcke eingeschlagen werden sie meistens mit der Hammerseite eines Spalthammers oder leichten Vorschlaghammers.

Spaltgranate

SpaltgranateDie Spaltgranate stellt als Abwandlung eines Spaltkeils eine Sonderform dieses Hilfswerkzeugs dar. Sie wird meistens aus massivem Eisen oder gehärtetem Stahl gegossen. Die diamantförmige Version des Spaltkeils ist mit vier Ecken versehen, die gleichzeitig in den Baumstamm mittels eines speziellen Spalthammers oder leichten Vorschlaghammers getrieben werden. Die Spaltgranate hat gegenüber dem ursprünglichen Spaltkeil den Vorteil, dass sie vier gleichgroße Blöcke aus einem Holzstamm spaltet. Sie ist daher besonders bei kleinen und mittleren Stämme effektiver als der gewöhnliche Spaltkeil.

Auf diese Weise kann schnell und ohne großen Aufwand viel Kaminholz hergestellt werden. Um ein rückwärtiges Ausgleiten aus dem Baumstamm zu verhindern, sind moderne Spaltgranate mit Widerhaken an jeder Seite versehen. Hierdurch kann die Granate nicht mehr aus dem Stamm zurückgleiten. Gewöhnliche Spalthammer werden zum Eintreiben der Spaltgranaten kaum verwendet. Es werden eher Spalthammer oder leichte Vorschlaghammer aus Kunststoff oder Aluminium zum Einschlagen verwendet.

Sappie

Bei dem Mehrzweckwerkzeug des Sappie handelt es sich um eine Kombination aus Haken und Hammer. Die ursprüngliche Hauptfunktion des Sappie war das Transportieren gefällter Baumstämme mit der Hakenseite. Der Sappie besteht aus einem ca. 1 m langem Holzstab mit einer etwa 30 cm langen Stahlspitze, welche leicht gekrümmt ist. Auf der Rückseite der Stahlspitze befindet sich eine flache Schlagfläche mit der zum Beispiel ein kleinerer Spaltkeil ins Holz eingetrieben werden können. Wird die Stahlspitze auf der gegenüberliegenden Seite in einen Stamm geschlagen, kann dieser dann von einem Forstarbeiter leichter gezogen werden, als mit bloßer Handkraft. Moderne Sappies haben auf der Oberseite der Stahlspitze Widerhaken, die ein Hinausgleiten aus dem Holz verhindern sollen.

Die Sappie gehört zu den sichersten Forstwerkzeugen, trotz der präsenten Stahlspitze. Da das Werkzeug bereits mit geringer Kraft ohne Hinausheben über Kopfhöhe leicht in einen Baumstamm eingeführt werden kann, besteht kaum eine Verletzungsgefahr. Die flache Rückseite des Sappie wird jedoch nur selten verwendet, da die Stahloberfläche im Gegensatz zu geeigneteren leichten Vorschlaghämmern mit Aluminium- oder Kunststoffschlagfläche Holzsplitter verursachen können.

Fällheber

Als Erntewerkzeug für leichte Gehölze kommt der Fallheber zum Einsatz. Ein Fällheber dient in erster Linie dem potenzieren der Kraft seines Anwenders. Durch das Prinzip der Hebelwirkung kann ein Forstarbeiter einen zu fällenden Baum, der kurz davor ist zu kippen, an der Einschlagsstelle in Fallrichtung umhebeln. Fällheber werden stets aus gehärtetem Stahl gefertigt und haben eine Länge von 80 cm bis weit über einen Meter. Das Griffende ist häufig mit Plaste oder Leder besetzt, um die Griffigkeit zu erhöhen. Am anderen Ende befindet sich eine Hebelfläche. Moderne Fällheber haben zusätzlich einen beweglichen Haken, der beim Wenden der Stämme helfen soll.

Aufgrund der durch den Anwender beschränkten Kraftentwicklung werden Fällheber nur bei kleinen Bäumen und Sträuchern mit einer Stammdicke von maximal 25 cm eingesetzt. Bevor ein Fällheber eingesetzt werden kann, muss mit einer Axt oder Motorsäge ein Schnitt (Fällschnitt) entgegen der Fallrichtung in den Stamm gesägt werden. Es werden zwei kurz übereinander liegende Schnitte ausgeführt. In den oberen wird der Heber eingeführt oder geschlagen um dann den Baumstamm in Fallrichtung auszuhebeln. Der untere Schnitt dient dabei als Verkürzung zwischen Bruchleiste und Kerbe an der Fallseite.

Forstgürtel

Im Gegensatz zum normalen Hosengürtel soll ein Forstgürtel neben Tragekomfort vor allem Mobilität beim Arbeiten gewährleisten. Die verstärkten Gürtel besitzen viele Taschen und sind aus robusten Materialien hergestellt. Durch mehrere Keiltaschen und Axt- wie auch Sappiehalter kann ein Forstarbeiter mehrere Forstwerkzeuge gleichzeitig tragen ohne ständig Arbeitsschritte wie Fällen, Transport und Spalten unterbrechen zu müssen.

Um dem Anwender möglichst hohen Tragekomfort bei optimalem Einsatz gewährleisten zu können, muss der Forstgürtel individuell in der Länge angepasst werden können. Von Vorteil ist außerdem ein Gürtel, der über genügend Polsterung verfügt, besonders wenn viele Werkzeuge am Gürtel befestigt sind und mitgeführt werden. Gut gefertigte Forstgürtel besitzen zudem eine Polsterung am Rücken um diesen bei schwereren Arbeiten ein wenig stützen zu können. Rund um den Gürtel werden häufig Keiltaschen angehängt oder Sappien angehängt, was ein schnelles Zugreifen auf mehrere Werkzeuge ermöglicht.

Schäleisen

Mit einem Schäleisen kann per Handkraft die Rinde eines Baumstamms schabend entfernt werden. Das Gerät besteht aus einem langen Holzgriff an dessen Ende eine Schabklinge angebracht ist. Der Holzgriff ist mindestens 1 m lang, um dem Anwender einen vernünftigen Sicherheitsabstand zum Holzstamm zu gewährleisten Dieser ist notwendig falls größere Holzsplitter in Richtung des Forstarbeiters fliegen.

Das Schäleisen wird so eingesetzt, dass entlang des Baumstamms die Baumrinde in Wuchsrichtung abgeschält und abgeschabt wird. Der Forstarbeiter erhält dann Rinde in langen Streifen. Die Klinge am Ende des Schäleisens ist leicht angestumpft, da beim Abschälen eine scharfe Klinge zu tief in den Baumstamm schneiden würde und dann das Gerät festsäße und unbrauchbar wird. Im kleineren Maßstab lässt sich das Schäleisen mit einem einfachen Hobel vergleichen. Im Zuge der Einführung automatisierter Holzverarbeitung ist das Schäleisen nur noch in kleineren Forstbetrieben anzutreffen, da das Abschälen meist nur noch von speziellen Schälmaschinen ausgeführt wird.